VPAY anstatt Maestro: Was steckt dahinter?

VPAY anstatt Maestro bei der Postbank Immer häufiger ersetzen die Banken bestehende EC-Karten mit dem „Maestro“-Logo durch die neuen VPAY-Karten. Doch was steckt hinter dem Austausch? Welchen Nutzen bringt die neue Karte für den Verbraucher und mit welchen Risiken ist zu rechnen? Zunächst die Fakten: VPAY ist eine neue EC-Karten-Variante, die vom Kreditkartenanbieter Visa auf den Markt gebracht wurde. Sie soll die bisherige Karte des Anbieters Mastercard (besser unter „Maestro“ bekannt) ablösen. Erforderlich machte den Austausch die steigende Missbrauchsrate der alten EC-Karte. Die neue VPAY-Lösung basiert nicht auf einem Magnetstreifen, sondern auf einer Chip-Variante. Da hier für Zahlungen oder Bargeldtransaktionen stets auch die Eingabe eines PIN erforderlich ist, soll der kriminelle Missbrauch der EC-Karten deutlich eingeschränkt werden. Generell funktioniert die VPAY Karte genauso, wie die herkömmliche EC-Karte. Lediglich das Logo „Maestro“ wurde durch „VPAY“ ersetzt und der Magnetstreifen durch einen Chip. Die Karte kann weiterhin zum Abheben von Bargeld sowie zur Zahlung verwendet werden.

Wie funktioniert die Umstellung und was hat der Verbraucher davon?

Meist werden die EC-Karten dann ausgetauscht, wenn die alte Karte ohnehin abläuft. Die Banken senden ihren Kunden automatisch die neue Karte mit VPAY-Funktion zu. Vielfach können die alten PIN-Codes weiterverwendet werden. Die Umstellung erfolgt für die Bankkunden kostenlos. Ein Vorteil der neuen Karte ist die Anpassung an die internationalen Sicherheitsstandards. Hierdurch sind die Verbraucher besser vor unbefugter Nutzung geschützt. In Deutschland kann die Karte wie gewohnt an allen PIN-Terminals zur Zahlung, sowie an EC-Automaten zum Abheben von Bargeld genutzt werden. Die Akzeptanz soll außerdem weiter ausgebaut werden. So ist geplant, beispielsweise SB-Fahrkartenautomaten oder auch entsprechende Selbstbedienungs-Zapfsäulen an Tankstellen VPAY kompatibel zu machen. Bei Verbraucherumfragen hat die VPAY-Karte ebenfalls sehr gut abgeschnitten. Viele der Befragten beurteilten die zahlreichen Möglichkeiten als sehr positiv.

Auch die Geldinstitute sehen ihre Vorteile

Natürlich profitieren auch die Banken von der Umstellung auf das neue Produkt. Die Kombination von VPAY mit bereits existierenden nationalen Kartensystemen ist relativ einfach und kostengünstig. Außerdem bietet die neue Karte eine breite Akzeptanz und somit, durch häufige Nutzung, mehr Umsatz für die Geldinstitute. Auch in Sachen Wettbewerb profitieren die Banken von der hohen Flexibilität des neuen Systems. Die geringe Betrugsrate wird ebenfalls als positiver Aspekt hervorgehoben. Doch längst nicht alle Banken haben sich VPAY angeschlossen. Bisher haben sich nur Sparkassen, Volksbanken und die Postbank mit der neuen VPAY-Karte angefreundet. Einige Geldinstitute greifen auf andere Möglichkeiten zurück um weiterhin die herkömmliche Maestro-Karte anbieten zu können. Dafür gibt es Gründe, wie zum Beispiel die Möglichkeit im Ausland Geld abheben zu können.

Im Urlaub kein Geld mehr

Gerne hat man bei Urlaubsreisen auf die EC-Karte zurückgegriffen. Sei es um in den Boutiquen zu bezahlen oder Geld abzuheben. Und hier ist das Problem versteckt. Aufgrund des fehlenden Magnetstreifens ist die neue VPAY-Karte außerhalb Europas nahezu wertlos. Sie kann weder an Automaten noch an PIN-Terminal genutzt werden. Dies liegt daran, dass die Geldautomaten, beispielsweise in den USA, den Chip der neuen Karte nicht lesen können. Eine Alternative hierzu bietet die Anschaffung einer Kreditkarte, mit der man im Ausland kostenlos Geld abheben kann.

Vorbeugende Maßnahmen

VPAY.de ScreenshotEs empfiehlt sich also, sich auch über die Akzeptanz der neuen Karten im zukünftigen Urlaubsland zu informieren um keine bösen Überraschungen zu erleben. Hilfreich ist hier die Website des Anbieters www.vpay.de selbst. Es gibt die Möglichkeit anhand einer Liste zu überprüfen, in welchen Ländern VPAY verwendet werden kann. Aber auch die einzelnen Banken stehen für Informationen zur Verfügung. Hier können sich die Kunden auch über die etwaige Nutzung von Reiseschecks beraten lassen. Diese werden zwar nicht mehr allzu häufig eingesetzt, sie sind allerdings eine günstigere und sichere Alternative zu teuren Kreditkarten und werden noch in den meisten Ländern angenommen.

Leave a Reply