Welche kirchlichen Banken gibt es in Deutschland?

Dienstag, 16 Februar, 2010

Nachdem hier bereits soziale Banken vorgestellt und deren Angebote miteinander verglichen wurden, soll es nun darum gehen welche kirchlichen Banken es in Deutschland gibt. Das Ziel der ethischen Geldanlage eint die Institute beider Kategorien und macht sie für engagierte Kunden interessant!

Dennoch haben “normale” Privatkunden mit eingeschränkter Auswahl zu rechnen, denn viele kirchliche Banken wie zum Beispiel die Pax-Bank, die LIGA Bank und die Bank für Kirche und Caritas (BKC) bieten ihre Dienste nur Mitarbeitern der Kirche oder kirchlichen Einrichtungen wie Orden, Krankenhäusern, Verbänden oder Hilfswerken an.

Es verbleiben:

Die Bank für Kirche und Diakonie: KD-Bank eG

Die “Genossenschaftsbank mit christlichen Wurzeln und Werten” aus Dortmund besteht schon seit 1927 und verwaltet heute fast 4755 Millionen Euro an Kundengeldern. Seit dem 1. Januar 2008 wird bei Geldanlagen in Wertpapiere ein sogenannter “Nachhaltigkeitsfilter” eingesetzt, der sich an den drei Zielen des Konziliaren Prozesses – Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung – orientiert. Dabei richtet sich die KD-Bank auch nach dem Best-in-class-Prinzip, das Unternehmen aus einer vergleichbaren Branche mit Noten von A (Bestnote) bis D (schlechteste Note) bewertet und die vorbildlichsten auswählt.

Das “Girokonto Premium” gibt es bei der KD-Bank ab 750 Euro monatlichem Geldeingang oder Einlagen in Höhe von mindestens 2.500 Euro umsonst.

Bank für Orden und Mission

Rechtlich gesehen ist die Bank für Orden und Mission eine unselbstständige Zweigniederlassung der Volks- und Raiffeisenbank Untertaunus eG mit Sitz in Idstein. 2003 von Pater Helmut Schlegel gegründet, ist sie dem Franziskaner Orden zugehörig und ein Teil des Geschäftsgewinns fließt deshalb auch an die Missionszentrale des Franziskanerordens und wird für konkrete Hilfsprojekte eingesetzt.

Das Girokonto bei der Ordensbank kostet 5 Euro im Monat, zuzüglich 10 Euro jährlich für die BankCard, mit der bei V+R Banken kostenlos Geld abgehoben werden kann. Eine Kreditkarte von MasterCard gibt es für 20 Euro pro Jahr. Die Kontoeröffnung ist online möglich.

Steyler Bank

1964 von den Steyler Missionaren gegründet, ist die Steyler Bank die einzige Missionsbank in Deutschland. Neben dem Best-in-class-Prinzip werden mögliche Investments in Unternehmen auch nach dem Öko-Rating des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens geprüft. Zudem gehört die Steyler Bank dem Corporate Responsibility Interface Center, einem Verein für ethisch orientierte Investoren, an. Grundsätzliche Kriterien für die Geldanlage sind Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. So kommen zum Beispiel Firmen deren Geschäftsfelder Abtreibung, Atomenergie oder auch “Grüne Gentechnik” berühren, nicht für eine Investition in Betracht!

2008 betrug die Bilanzsumme der Steyler Bank bei ungefähr 15.000 Kunden rund 255 Millionen Euro. Neben dem Unternehmenssitz in Sankt Augustin gibt es auch eine Niederlassung in Österreich.

Ein klassisches Girokonto scheint es bei der Steyler Bank nicht zu geben, lediglich ein “Missions®-Sparkonto”, das einem Sparbuch entspricht!

Bank für Kirche und Caritas (BKC)

Die Bank für Kirche und Caritas mit Sitz in Paderborn ist laut Handelsblatt.com nach der Liga-Bank in Regensburg und der Pax-Bank in Köln eine der größten katholischen Banken in Deutschland. Ihr Geschäftsvolumen lag im Vorjahr bei rund drei Milliarden Euro.

Pax-Bank

Die genossenschaftlich organisierte, katholische Universalbank mit Sitz in Köln wurde 1917 gegründet und richtet ihre Investments ebenfalls nach ethischen Kriterien aus. 2009 wurde allerdings bekannt, dass dass die Pax-Bank auch in Fonds investiert hat, in denen unter anderem sowohl Rüstungs- als auch Tabakkonzerne vertreten sind.

Steyler Bank

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